Projektbegriff

Nach DIN 69901 lautet die Definition des Begriffs Projekt: "Vorhaben, das im wesentlichen durch Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist, wie z.B.

In der Literatur werden unterschiedliche Definitionen verwendet, die sich zwar fast alle an die DIN-Definition anlehnen, aber verschiedene Schwerpunkte setzen. Zusammenfassend kann man sagen, daß sich Projekte durch die folgenden besonderen Merkmale auszeichnen (Vgl. Patzak, G., Projektmanagement):

Merkmal Beschreibung
neuartig Nicht oder nur zum Teil sich wiederholende Aufgabenstellung ver-bunden mit Unsicherheit und hohem Risiko.
zielorientiert Das zu erbringende inhaltliche Ergebnis (Sachziel) ist spezifiziert, der dafür erforderliche Zeit- und Mitteleinsatz (Formalziele) begrenzt.
komplex, dynamisch Die Aufgabenstellung ist umfangreich und stark vernetzt, so daß viele Abhängigkeiten zwischen den Einzelaufgaben und zum Umfeld bestehen, wobei sich Inhalte wie auch Abhängigkeiten laufend ändern können.
interdisziplinär / fachübergreifend Die Aufgabenstellung ist nur durch das Zusammenwirken vieler Organisationseinheiten bzw. Fachdisziplinen möglich.
bedeutend Projekte haben für die beteiligten Organisationseinheiten eine hohe Relevanz bezüglich Nutzungseignung, Akzeptanz, wirtschaftlichem Erfolg, Ressourcenbindung u.ä.

Aufgrund dieser Merkmale ist ein Projekt mit besonderen Risiken verbunden (z.B.: technisches Risiko, Terminrisiko oder Kostenrisiko).

Projektaufgaben sind, verglichen mit den Daueraufgaben der Unternehmung, relativ komplex und neuartig, oft auch einmalig, und sie erfordern funktionsübergreifendes Wissen. Das bedeutet aber auch, daß Zusammenarbeit zwischen Stellen aus verschiedenen Bereichen erforderlich ist, wodurch spezielle Koordinationsprobleme auftreten.

Projekte können nie losgelöst von Umfeldeinflüssen gesehen werden. Erst durch die bewußte Berücksichtigung dieser Umfeldeinflüsse, die sich durch Personen, Perso-nengruppen bzw. Interessensträger äußern, entsteht eine Gesamtsicht des Projekts. Die oben genannten projektspezifischen Verhaltensweisen ergeben sich gerade aus den speziellen Interessen, Erwartungen und Befürchtungen, die von den verschiedenen Umfeldgruppen an das Projekt gerichtet werden.